Wer fahren kann, kann zahlen…

11.01.2007

Aktuell: Jauch sagt ARD ab!

So muss sich das wohl der „Gebühren-Beauftragte“ gedacht haben, der irgend wann einmal in Bielefeld Bethel entdeckte. Das muss sich besser als Weihnachten angefühlt haben: Massenhaft Autos und massenhaft Behinderte, für die sich kein Schwein außerhalb wirklich interessiert und die wohl kaum Widerstand leisten können.

Beim WDR sah man das offenbar ähnlich. Zumindest wurden erst einmal fleißig Gebührenbescheide verschickt. Was offensichtlich alle Gebühren-Aktivisten im Geldrausch übersahen: Die Annahme, dass «behindert» gleichbedeutend sei mit «blöd», lässt höchstens Rückschlüsse auf die zu, die das glauben. Das Verwaltungsgericht Minden, das für die Bielefelder Anstalt zuständig ist, vertrat dann per Urteil gegen den WDR das, was eigentlich jeder weiß:

Leg dich nicht mit Behinderten an. Die müssen ihr Leben lang kämpfen, warum sollten sie das ausgerechnet bei der GEZ und den Rundfunk-Anstalten aufgeben. Haben sie erwartungsgemäß nicht. Der WDR ringt jetzt wohl mit einer Erklärung, warum denn ausgerechnet für Bethel andere Regeln gelten sollten, als für alle Schulen in staatlicher Trägerschaft. Ging schon beim Versuch, aus den Fernsehern der dortigen Pflegeberufsschule Geld zu machen, schief. Also eigentlich waren alle gewarnt. Die Transformationsleistung, dass ein Auto auf dem privaten Anstaltsgelände was anderes sein könnte, als ein Fahrzeug, das am Straßenverkehr teilnimmt, hat jetzt ein Richter für den WDR und seine Vasallen erbracht. Gut so. Denn irgendwie ist es ja schon komisch, wenn einerseits das ZDF im Kuratorium von „Aktion Mensch“ um Spenden wirbt, die dann auf der anderen Seite vom WDR als Rundfunk-Gebühren wieder eingezogen werden.

Vielleicht sollte irgend jemand den Rundfunk-Anstalten grundsätzlich klar machen: „Sozialstaat“ beschreibt zwar ein „Gemeinwesen“, bei dem Unterschiede zwischen seinen Mitgliedern bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden (Quelle: Wikipedia). Aber das heißt nicht, dass deshalb jeder für Rundfunk zur Kasse gebeten werden soll. Da hat die GEZ bzw. die Anstalt dahinter, der WDR, als „gemeines Wesen“ erneut ein Paradestück abliefert. Was mal wieder beweist: Geldgeilheit macht blöd. Da drängt sich zum Abschluss die philosophische Frage auf, warum ein Staat per Vertrag vorschreibt, dass seine Bevölkerung Blödmänner bezahlen muss … .

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