Nur Neider
16.12.2006
Reichtum schafft Neider. War so, ist so, wird wohl immer so sein. Das hat „unser Medien-Dieter“ kürzlich erlitten. Und für die ÖR ist das eine Art Dauersendung. Da herrscht raue Missgunst über die popeligen 30 Mio. €, die lt. GEZ womöglich durch die „PC-Gebühr“ in die Kassen gespült werden sollen. Und selbst die paar Kröten gönnt einem der freudige Zahler nicht. Jetzt hat sich von denen einer nach Brüssel auf den Weg gemacht. Mit einer Petition.
Aber sehen wir es mal realistisch: Die wird vermutlich in den Mühlen des Zuständigkeitsspiels zermalen. Denn die Petition richtet sich gegen die Bundesrepublik Deutschland (Ebene 1: Staat) und beschwert sich über die Ministerpräsidenten (Ebene 2: Bundesländer ). Die haben als Politiker über eine Gebühr entschieden, die Anstalten zukommt, die lt. Definition „staatsfern“ sind (Ebene 3: „unabhängige Sender“). Also haben die doch gar nichts miteinander zu schaffen. So gesehen.
Der „Teilnehmer“ (GEZ-Vokabel, klingt wirklich netter als „Gebührenzahler“ oder „Goldesel“) nimmt das natürlich anders wahr. Zum Beispiel Quartalsweise auf dem Kontoauszug. Da wird dann nämlich der Betrag abgebucht, über die Leute abgestimmt haben, die das lt. gebetsmühlenartig wiederholtem Bekunden gar nichts angeht.
Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes blickt das scheinbar auch nicht, wenn man Herrn Beck glauben darf. Die will mit einer „Kompetenzüberschreitung“ der BRD angeblich einen „Staatsfunk“ verordnen. Jetzt fragt sich der verwirrte Betrachter natürlich: Was hat ein Ministerpräsident zu dem Thema zu sagen, wo doch der Rundfunk in Deutschland „staatsfern“ ist? Na ganz einfach: Er sagt das ja als „Verhandlungsführer von ARD und ZDF“. Außerdem hat Beck mit dem Staat ja auch nix zu tun. Der heisst BRD und er ist nur Heiopei von so einem Flecken unten links auf der Deutschlandkarte. Also alles Rechtens.
Wenn sich das für Sie anders anfühlen sollte: Geht uns auch so!
Bevor jetzt Rheinland-Pfalz aufsteht und eine Revolution anzettelt: Nichts gegen euer Bundesland. Es geht hier darum, die „wie bastle ich mir Staatsferne“-Problematik etwas drastischer aufzuzeigen. Wenn euer Chef von „waschen und rasieren“ spricht, sei uns bitte ebenfalls eine etwas drastischere Formulierung zugestanden. Uns würde es jedenfalls nicht wundern, wenn Henrico F. demnächst beim ZDF als Kabelträger arbeitet.

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