Aus dem Saarland nichts Neues
27.12.2006
Fritz Raff, Inten dant des Saarländischen Rundfunks und zukünf tiger Vorsitz ender der ARD, hat sich in einemInter view zu den Rundfunkgebühren geäußert.
Es wird erneut gebetsmühlenartig wiederholt, dass die ARD für jede neue Art der Gebührenerhebung offen ist, solange sie mindestens genausoviel Geld einbringt.
Interessant ist die Aussage „ Sie muss aber auch sozial gerecht und EU-kompatibel sein“ . Beim aktuellen Verfahren hat die EU bekanntlich Bedenken, auch wenn die Untersuchungen dazu momentan aufEis liegen.
Eine sozial gerechte Lösung ist das aktuelle Verfahren sicherlich auch nicht mehr, denn wenig oder kein Einkommen zu haben ist kein Befreiungsgrund mehr, entsprechendeUrteile sind bereits ergangen. So gnadenlos ist noch nicht einmal die Finanzverwaltung.
Wenn wir gerade dabei sind: Unser Vorschlag, die Gebühren durch die Finanzverwaltung einziehen zu lassen, wird auch abgebügelt. Die Finanzämter verwalten angeblich nur rund 28 Millionen Steuernummern, während die GEZ 35 Millionen Teilnehmer verwaltet. Wie kann es sein, dass die GEZ mehr Teilnehmer führt als Deutschland Steuerzahler hat?
Ein Blick in die aktuellenZahlendes Statistischen Bundesamtes offenbart, dass zur Zeit über 38 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig sind. Werden über 10 Millionen Menschen nicht von den Finanzverwaltungen erfasst? Das können wir uns ehrlich gesagt nicht vorstellen. Außerdem wird bei dieser Betrachtung eines geflissentlich übersehen: Wir wollen ein neues Modell, mit einer anderen Finanzierungsgrundlage. Das ungenügende und undurchsichtige Modell soll ja durch ein transparentes ersetzt werden. Aber das erfordert eine gänzlich andere Sichtweise, zu der Intendanten offenbar unfähig sind.Es versteht sich von selbst, dass wir für die Gebühren höherwertige und objektivere Informationen erwarten.
Insgesamt entsteht für uns der Eindruck: Ein neues Gebührenmodell, das den Segen der ARD bekommen kann, muss möglichst bürokratisch, mit möglichst vielen Ausnahmen und „Befreiungstatbeständen“ sein. Hauptsache, Otto Normalverbraucher und Gerda Gewerbetreibende blickt nicht mehr durch und das Gebühreneintreiben wird dadurch erleichtert. Und die Politik bereitet dafür schon denBoden.
Denn die Gebühren werden dringend gebraucht, immerhin soll die Politik die Beschränkung von 0, 75% für den Onlineauftritt der Sendeanstalten aufheben. Dann wäre eine ungebremste „Grundversorgung“ auf allen Verbreitungswegen möglich. Wenn diese „Grundversorgung“ allerdings aus Zahlenspielereien a la „es gibt mehr GEZ— als Steuerzahler“ besteht, verzichten wir gern darauf und versorgen uns lieber aus anderen Quellen im Internet, die zumindest weniger offensichtlich schummeln. Schade, dass diese nichts von den Internet-Rundfunkgebühren ab Januar haben… .

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