2 x 42

13.01.2007

Douglas Adams sah in seinem Buch «Per Anhal­ter durch die Galaxis» (Hinter­grund­infos bei Wikipedia) in der Zahl 42 die Ant­wort auf die Frage der Fragen, den Sinn des Lebens. Da kann einen schon ein frös­teln­des Schauern beschlei­chen, wenn man sich bewusst macht, dass es 2x42 Sender im öffent­lich-recht­lichen Rund­funk-Univer­sum gibt. Insbeson­dere, weil dort Humor typischer­weise anders aussieht, als in Adams´ Büchern, oder gleich Haus­verbot bekommt.

Die Konsequenzen aus diesem doppel­ten Lebens­sinn ist für den Gebühren­zahler womög­lich der totale Unsinn. Das mag jeder selbst anhand unserer vorsich­tigen Berechnung prüfen, die hier als ein Bei­spiel für so manchen Gebüh­ren­wahn­sinn steht.

Was die Internas der ÖR betrifft, bestätigt sich der gefühlte Unsinn für Außenstehende beim Blick auf das Gezanke und „du bist schuld“-Geschiebe um die geplatzte Modera­toren-Verpflich­tung von HerrnJauch*.

*Der Link steht stellvertretend für viele andere

Karrikatur

Karrikatur mit freundlicher Genehmigung von GötzWiedenroth

Das ist eine besondere Spezialität der Öffentlich-Rechtlichen. Da kann man gefahrlos rum­stän­kern, bevor man den Job hat:

„Entweder ist einer bei uns oder bei den Kommerz­iellen“
Monika Piel, WDR-Intendatin in spe, zur «Zeit»

Oder mit Hin­schmei­ßen drohen und dann wohl doch einfach weiter­machen:

„Was ich absolut ausschlie­ßen kann, ist, dass es bei Günther Jauch zu irgend­welchen Problemen kommen wird. Wenn es aber doch zu einem Problem kommen sollte, würde ich sofort das Handtuch werfen.“
Günter Struve, ARD-Programm­direktor im «Tages­spiegel»

Überhaupt gibt es da einigeGremlins, die offen­bar meinen, sie hätten gefragt werden sollen, z.B.:

„Wer ein politisches Magazin in einer so heraus­geh­obenen Stellung moderiert, kann nicht gleich­zeitig für Glücks­spiele, Lebens­versicher­ungen oder weiß der Teufel was Reklame machen.“
MDR-Intendant Udo Reiter in «Bild am Sonstag»

Haupt­sache, was gesagt.

Da pöppt dann wieder die „42“ hoch, die Frage nach dem Sinn. Monate­lang haben sich mit Rund­funk­gebühren teuer bezahlte Leute die Zeit vertrie­ben und im Ergeb­nis kommt raus, das nichts raus kommt.

Naja. Nicht ganz. Jetzt sind die Leute aus dem eigenen Stall plötzlich doch gar nicht mehr so schlecht (Plas­berg, Maisch­berger & Co). Die haben im Gegen­satz zu Jauch keine Wahl und müssen den Affen­zirkus aushal­ten, falls die neuen Sat1-Pro7-Besitzer nicht noch schnell jeman­den mit poli­tischem Profil brauchen.

Aber was bedeu­tet das für uns kopf­schüt­telnde Gebüh­ren­zahler? Vielleicht können wir alle derInterpretation von Gottfried Rehm etwas abge­win­nen. Demnach sei die Zahl ein Versehen. Eigentlich sei „fortitudine“ gemeint und vom Super-Computer miß­verstan­den worden. Dann macht 2x42 doch wieder Sinn, denn von uns wird wirklich Tapfer­keit verlangt, weil wir diese drittklassige Posse mit unserem Geld finan­zieren müssen. Und die ÖR beweisen, dass sie über­raschen­der­weise Sinn für Tiefst­gründi­ges haben, das durchaus zu Adams passt. Bei dessen überzogenen Einfällen kann man halt lachen.

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