Wozu sparen?
14.01.2008
Die Faz lässt unter dem Titel „Gespart wird erst von 2041 an“ kein gutes Haar am MDR. Der hat nämlich erkannt, wie man mit Rundfunkgebühren umgehen muss: Verballern! Denn wer hat, kann ja schlecht mehr fordern. Der MDR ist jedoch offenbar etwas zu dilettantisch an die Sache heran gegangen. Womöglich fehlen da einfach ein paar Jahre kapitalistischer Vorlauf, oder man ist es einfach nicht gewohnt, dass die Öffentlichkeit einen kontrolliert.
Nehmen wir doch einfach mal an, dass auch die anderen Landesanstalten – derer sind es insgesamt 9 Stück – die ein oder andere Münze „suboptimal“ verwenden. Allein bei einer vergleichsweise ungeschickten „Stellenoptimierung“, die statt 1,7 Mio. nur 400.000 € einspart, sind das – über einen Kamm geschert – 11,7 Mio. € einfach mal so in den Wind geschossen. Wobei der MDR ja eher eine kleine Sendeanstalt ist. Und es fehlen noch das ZDF und die Deutsche Welle in der Liste.
Da stellt sich – mal wieder – eine ziemlich banale Frage: Wenn sich problemlos 11,7 Mio. € einsparen lassen, warum wird das nicht einfach gemacht und statt dessen alberne 10 Mio. € mit der „Internet-Steuer“ abkassiert, die neben Unverständnis auch noch richtig Ärger verursacht? Wie doof darf man im öffentlich-rechtlichen Raum eigentlich sein?
Offensichtlich hat die breite Masse da noch nachhaltiges Schmerzpotential. Es wird zwar gestöhnt, aber der Durschnittsmichel hält den Ball flach. Könnte ja Ärger geben. «Lieber zahlen statt Qualen» ist da wohl das Lebensmotto.
Ihr Lieben da draußen: Die Masse macht´s! Eine Klage gegen den Gebührenbescheid kostet Schlappe 75 €. Die Kohle lässt sich ruck zuck wieder einsparen. Rechnet mal hoch, was euch die Rundfunkgebühren in Summe aus der Tasche ziehen, wenn ihr jahrein jahraus nur flucht und jammert, aber trotzdem zahlt! Das ist ein kleines Vermögen! Allein mit der aktuellen Gebühr von 5,52 € im Monat für die „Internet-Steuer“ summieren sich in 30 Jahren 1987,20 €. Und glaubt bloß nicht, es bleibt über diesen Zeitraum bei diesem Monatsbetrag. Wenn wir uns nicht wehren, wird da schnell der Angleich an die Fernsehgebühr erfolgen. Das sind dann 17,03 € im Monat. Wobei schon ab 2009 die nächsten Erhöhungen geplant sind. Ohne Erhöhung sind es dann schon 6130,80 € in 30 Jahren. Erschrocken?
Wenn dann ab 2009 die „Fernsehgebühren“ auf 17,98 €/Monat steigen sind wir schon bei 6472,80 €. Und ab 2012 sollen die Gebühren wohl weiter steigen. Zumindest wird darüber schon diskutiert. Den Bedarf dafür schaffen die Anstalten. Mit vollen Händen. Wenn wir sie lassen.
Denn eines sollte vielleicht mal wieder in den Vordergrund gerückt werden: Die „öffentlich-rechtlichen Anstalten“ sind für den Bürger da. Nicht umgekehrt.

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