G-ebühren E-rotisch Z-weckentfremdet?

26.01.2007

Wurde verrechnet, verschenkt oder gar bestochen und mündete das in Untreue? Der Besuch eines Trieb­abbau­unter­nehmens wird im land­läufigen Sinne — insbe­sondere von Ehe­part­nern — häufig als Un­treue angese­hen. Im mensch­lichen Sinn. Im juris­tischen Sinn wird es das erst, wenn dafür Geld verwen­det wird, das anderen gehört.

Dass sich ein GEZ-Mann mal ein wenig den Druck aus der Hose nehmen lässt, ist — für sich betrach­tet — eigent­lich unkri­tisch. Da wurde mit einer Dienst­leistung eine Verstei­fung gelöst. Das allem An­schein nach zufrie­den stel­lend, denn es gab offen­bar mehr­fach Kon­takte. Die Anbie­ter­innen arbei­ten seit einiger Zeit in einem aner­kann­ten Beruf und der Mann ist eben nur das: Ein Mann halt. Aber trotz Prosti­tutions­gesetz ist es noch immer gesell­schaft­lich ein großes Fest, wenn sich Amts­träger beim käuf­lichen Pop­pen erwisch­en lassen. Bei einer gerade voll­jährig gewor­denen Geliebten gibt es signi­fikant weniger Stress.

Aller­dings kann ein dritter Dienst­leister schlecht eine Geliebte für seine Zwecke ins Spiel bringen. Das wäre dann Menschen­handel. Der ist wirk­lich böse. Ein biss­chen Spaß gegen einen Millionen­auftrag — das ist dagegen volks­wirtschaft­lich längst die Norm. Fragen Sie mal Herrn Harz. Aller­dings hat Auto­fahren ja auch was mit Lust zu tun, da liegt das vom Volks­verständ­nis her näher und scheint verzeihlicher. Die GEZ löst dage­gen schon mal Gefühle aus, die noch unter­halb einer Wurzel­behand­lung beim Zahn­arzt rang­ieren. „Denen“ gönnt der Bürger keine Freude. Da passt das doch prima, wenn „die“ es nicht mal auf eine(r) Geliebte(n) bringen, sondern „dafür“ zahlen müssen. Womit wir wieder am Anfang sind: Haben die Ertapp­ten das aus ihrer eige­nen oder aus uns­erer Tasche bezahlt?

Der bzw. die unvor­sich­tigen Mitar­beiter der GEZ, die jetzt beim Staats­anwalt akten­kundig sind oder es noch werden, haben das Pech, dass sich nun der Volks­zorn auf ein „Institut“, das gern mit mittel­alter­lichen Prak­tiken in Verbin­dung ge­bracht wird (Google-Such­begrif­fe: +GEZ +WEGELAGERER), über ihnen ent­lädt. Aller­dings hät­ten „die“ im Mittelalter „dafür“ nicht gezahlt, sondern sich einfach über das Objekt ihrer Be­gier­de her gemacht. So geseh­en ist die GEZ also doch schon etwas weiter. Bleibt nur zu hof­fen, dass uns die Herr­schaf­ten der GEZ noch mit weiteren vergleich­baren Aktivi­täten er­freuen, die jetzt ans Tages­licht treten. „Selbst­zerstö­rung“ hätte den Vor­zug, dass wankel­mütigen Politi­kern und Rund­funk­räten anstehende Ent­schei­dungen leichter fallen könnten.

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