Mehr für´s Geld!
12.02.2007
Die Öffentlich-Rechtlichen machen in Sachen HDTV — zumindest was die technische Umsetzung angeht — bereits einen Rückzieher. Bevor sie überhaupt damit angefangen haben. Jetzt konzentriert man sich wohl mehr auf das, wofür seit 1. Januar immerhin Geld kassiert wird, nämlich dieOnline-Dienste.
Üblicherweise muss ein Anbieter ja eine Leistung erbringen, bevor er Geld dafür nehmen kann. Andernfalls kann es passieren, dass er Bestandteil von Berichten der Öffentlich-Rechtlichen wird. Was die eigenen Leistungen betrifft, sieht man es da wohl etwas entspannter.

Bevor die ARD und ZDF-Recken darüber sinnieren, man müsse die Nachrichten für eine Minderheit, und selbst da nur eingeschränkt, auf´s Handy bringen , wäre es doch ganz nett, wenn für die eingeforderte PC-Gebühr wenigstens schon mal das Minimalangebot einer Rundfunk-Versorgung gewährleistet wäre.
Nur da scheitern die Angebote — so sie überhaupt erreichbar sind — bereits häufig an einer derart mäßigen Übertragungsqualität, dass der Interessierte ganz freiwillig auf eine Nutzung verzichtet. Da haben die Öffentlich-Rechtlichen dann den unbestreibaren Vorteil, dass sie nicht mit Leistung überzeugen müssen. Geld gibt es ja trotzdem.
Das Rundfunk eine Art „Lizenz zum Gelddrucken“ sein kann, zeigt Simbabwe. Dagegen geht es uns dann ja noch verhältnismäßig gut. Bei uns wird lediglich eine Gebühr für etwas erhoben, was offenkundig fast niemand nutzt. Ohne jetzt nähere Kenntnis von der Anzahl der Rundfunk-Teilnehmer Simbabwes zu besitzen, lässt sich jedoch mutmaßen, dass hier nicht schamlos von Dritten etablierte und finanzierte Strukturen wie das Internet zur Geldmaximierung genutzt werden. Immerhin hat die/der Simbabwer(in) noch die Wahl, auf ein Rundfunk-Gerät zu verzichten, womit ihr/ihm die Gebühren erspart bleiben. Da es in Deutschland mittlerweile mehr Handys als Einwohner gibt und PCs mittlerweile auch nahezu in jedem Haushalt stehen, ist die Gebühr für „neuartige Rundfunkempfänger“ eine gut getarnte Zwangsbesteuerung von Arbeitsmitteln.
Während diese Zeilen entstanden, klingelte das Telefon. Mal wieder eine Arbeitslose, die trotz Gebührenbefreiung von der GEZ eine Mahnung bekommen hat.
Statt über neue Technologien zu grübeln, sollte der GEZ vielleicht zu allererst einmal eine vernünftige Software angeschafft werden, mit der diese sinnlose Gebührenverschwendung (Porto ohne Ende!) aufhört. Von der Fragwürdigkeit, bei Arbeitslosen und sozial Schwachen Gebühren für die „Grundversorgung“ einzutreiben, einmal ganz abgesehen.

Einen Kommentar schreiben