Hat alles Tradition…
28.02.2007
Die aktuelle Diskussionüber „Killerspiele“ weckt Erinnerungen an eine Zeit, als es noch das „ ZDF-Magazin“ gab. Dem stand ein Journalist vor, der eine sehreigene Art der Präsentation und Recherche hatte. Aufgrund seiner Vorgeschichte traute sich haltkeiner, da mal „Stopp“ zu sagen.
Rufmord ist eine ganz heimtückische Art, anderen Menschen Schaden zuzufügen. Dashat leider gerade im deutschen Rundfunk eine Jahrzehnte alte Tradition. Das fing inden gleichgeschalteten Medien der Nazis an, überlebte in diversen Posten undPöstchen der Öffentlich-Rechtlichen im Nachkriegsdeutschland und wurde — zwar mitanderer Stoßrichtung, in der Handhabung jedoch identisch — gehegt und gepflegt. EinProtagonist einseitiger Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien istsogar Namensgeber eines Journalisten-Preises.
Früher sagte der Biologielehrer noch: «Erst kommt der Kaugummi, dann dieZigarette und dann die harten Drogen.» Heute heißt das zeitgemäß: Erst kommt HarzIV, dann die Spielekonsole und dann der Massenmörder, und wenn es dazu nicht reicht,wenigstens der Vergewaltiger. Zumindest im „Killer-Popp-Spiel“. Mensch muss uns dasgut gehen, wenn wir so einen geistigen Durchfall ernst nehmen. Statt die Macher per„sich drüber aufregen“ zu würdigen, sollte man sie lieber mit Ignoranz strafen.Allerdings hat eben die ja erst die jüngere deutsche Geschichte möglich gemacht.
Der Umstand, dass der Bericht über Video-Gamer einen Aufschrei verursacht,während die Wähler streng genommen durch ihre Ingoranz Derartiges erst möglichmachen, stimmt nachdenklich. Denn durch die Stützung der Medien mit den GEZ-Gebührenund deren Verteidigung durch Politiker wie z.B. Herrn „Waschen und Rasieren“,genießt der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk eine Art Narrenfreiheit. Oder können Sienur einen einzigen Fall nennen, wo unrichtige Berichterstattung oder fragwürdigesVerhalten von Mitarbeitern bei den Öffentlich-Rechtlichen zu „echten“ Konsequenzengeführt hätte?
Fracksausen bei der ARD?
ARD zieht Beitrag über Lübecker Disco-Projekt zurück
Da regt sich keiner drüber auf. Da wird lieber irgend was anderes gemacht, alsseine Stimme in der Wahlurne abzugeben. Wenn am Schluss nur noch einer wählen geht,ist das zwar eine miese Wahlbeteidigung, aber ein Erdrutsch-Sieg mit 100% derabgegebenen Stimmen. Schaut man sich nur die Frankfurter Bürgermeisterwahl Anfang des Jahres an, dann kann man in einerFinanzmetropole mit etwas über 20% der Wähler Stadt-Chef werden. Und wenn der dann — nur mal als Beispiel! — die Meinung vertritt, Video-Spieler sind schuld an derallgemeinen Verrohung, dann finden sich immer Mikrofone, die diese schlichtenErklärungen gierig aufnehmen und multiplizieren.
Unsere Kanzlerin kommt aus einerPartei, die bei der letzten Wahl nicht relevant mehr Stimmen der Wahlberechtigten auf sich vereinigen konnte (rund 25% derwahlberechtigten Stimmen). Schauen Sie Nachrichten, hören Sie, was die Damen undHerren unserer gewählten Regierung da so zum Thema Rundfunk und andererMedien-Themen rauslassen. Das beobachten unsere „Heim ins Reich“-geschädigten Nachbarn offenbar mitmehr Argwohn als die Bundesbürger selbst.
Statt selbstmitleidiger Wundbehandlung muss Prävention das Ziel sein. Und diebesteht sicher nicht darin, Video-Spiele zu verbieten. Dann dürfen wir alle baldnicht mehr Auto fahren, denn damit kann man wirklich Menschen umbringen — passiertjeden Tag. Und männliche Babies bekommen alles abgeschnitten, was hängt.Vorsorglich. Denn mit dem Gerät kann man ja ganz Schlimmes machen. Passt dann auchgleich ins christlich gefestigte Weltbild, das der Republik und Europa aufergelegt werden soll.
Also nicht jammern. Machen! Deshalb gibt es Einzelne und Gruppen, die außerhalbder Politik aktiv sind. Wer was will, muss was tun. Also engagieren Sie sich aktivfür Dinge, die Sie richtig finden. Überlassen Sie das nicht bezahlten Funktionärenoder den „lauten“ Gruppen. Sie sehen ja, wohin das geführt hat und führt.Nutzen Sie jede, eh schon seltene Gelegenheit einer Wahl! Das ist der Ursprung vonAllem.

Einen Kommentar schreiben