Die nächste Abmahn-Welle?

12.10.2007

Mit Kleingedrucktem kann man einen Haufen Geld verdienen. Das wissen beispielsweise die Telefongesellschaften. Die werben mit bunten Sprüchen. Was es kostet, steht auf einem halben Kilometer klein gedrucktem, schlecht lesbarem Kauderwelsch.

Manchmal ist das Kleingedruckte sogar verständlich, mit einer Option Überraschungseffekt. Wenn Sie z.B. bei einer Abstimmung anrufen, werden Sie darauf hingewiesen, dass es «14 Cent aus dem Festnetz der T-Kom, aus anderen Netzen womöglich mehr» kostet. Man will den Eindruck vermeiden, das Leben sei umsonst und Sie wüssten womöglich nicht, dass Telefonieren Geld kostet. Sehr fürsorglich.

Bei den richtigen Umsätzen schweigt sich die Industrie jedoch noch immer aus. Zwar wird beim Handyvertrag darauf hingewiesen, dass telefonieren Geld kostet. Aber nirgends steht, dass womöglich weitere Kosten entstehen, so in der Größenordnung von 66,24€* pro Jahr. Und zwar dann, wenn Ihr Handy UMTS-fähig ist oder - noch eindeutiger - gar ein Radio enthält. Denn das ist gebührenpflichtig.

Die bunten Prospekte mit den gigantischen Flatscreens lassen diese Sorgfalt ebenfalls missen. Der Kauf ein Flatscreens kann ebenfalls weitere Kosten verursachen, sowas um die 204,36€* im Jahr. Das wird verschwiegen, weil es die geilen Preise versaut. Erst wenn das Ding im Gartenhäuschen steht und die Geräuschkulisse beim Fußballspiel zu hoch war, die den Gebührenjäger angelockt hat, … aber dann ist es bereits zu spät.

Wo, bitteschön, sind die Verbraucherschützer, die uns davor bewahren wollen, in versteckte Kostenfallen zu tappen? Warum liegen gebührenplichtigen Geräten keine unzweifelhaften Anleitungen bei, wann sie anzumelden sind und welche Kosten das verursacht? Also dem Miniradio auf dem Wühltisch des «Alles für 1€»-Marktes ebenso, wie jedem UMTS-Handy, Laptop, PC, CE-Mobilteil, Routenplaner für´s Auto, … und natürlich jedem Radio und Fernseher. Wenn ich als Verbraucher zu blöd bin, mit Telefonkosten beim Telefonieren zu rechnen, dann sind das im Vergleich ja fast arglistig versteckte Kosten!

Es ist endlich an der Zeit, dass die Bevölkerung ganz aggressiv darauf hingewiesen wird, wo die Rundfunkanstalten sich Optionen zum Geldverdienen eingeräumt haben. Jeder soll wissen, dass es in seinem täglichen Leben Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände gibt, für die sie/er womöglich monatlich eine Gebühr an die Rundfunkanstalten entrichten muss. Denn nicht der Verbraucher ist das schwarze Schaf; es sind die Rundfunkanstalten, die sich still und heimlich in alle Lebensbereiche ausbreiten und dafür Geld fordern.

*Preise auf der Grundlage der aktuellen Preisliste der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands.

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