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14.11.2007
Wer Kohle hat, soll sie auch ausgeben. Das ist der Tenor bei ARD und ZDF. Und wer reichlich Kohle hat, kann sinnfreie Lustkäufe tätigen und damit anderen die Marktmöglichkeiten weiter reduzieren.
Ski-Springen war die letzten Jahre ein „RTL-Thema“. Das ist es jetzt nicht mehr, denn die ARD hat mal wieder in die von den Gebührenzahlern gefüllte Kasse gegriffen. RTL bekommt 6 Mio. Abfindung und wurde mal wieder —überflüssigerweise — mit Gebührengeldern um ein Zugpferd beraubt.
Wie sorglos die ARD Gebührengelder aus dem Fenster schüttet, steht natürlich nicht in der offiziellen ARD-Meldung. Da wird das dargestellt, als hätte Ski-Springen jetzt endlich ein vernünftiges Forum. Dass RTL das Ski-Springen von einem „Nischenprodukt“ zu einem Hype gemacht hat, wozu die ARD nicht fähig war (wer hatte denn die Rechte vor RTL?), steht da nicht.
Allerdings zeigt sich mal wieder, dass ARD und ZDF vor allem eines sind: Zu langsam. Statt mit dem vielen Geld, dass dank Rundfunkstaatsvertrag einfach sprudelt, Innovatives und Neues zu machen, kaufen die Öffentlich-Rechtlichen die Ramschware der Privatsender auf. Mangels Zugpferden beim Ski-Springen sind die RTL-Oberen nämlich vermutlich heilfroh, dass man ihnen für ihr Winter-Problemkind sogar noch Geld in die Hand drückt. Wir dürfen sehr gespannt sein, was RTL mit diesem Geld als Alternative zum Angebot der Öffentlich-Rechtlichen aus dem Hut zaubert. Langsam dämmert sogar Politikern der Koalitionsparteien, dass da wohl was nicht in Ordnung ist.
«Hier greift man in den Wettbewerb mit privaten Anbietern ein»
Martin Stadelmaier, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei (SPD) bei INFOSAT
Derweil beschweren sich Raff und Piel (das ist leider kein Komiker-Duo, sondern der ARD-Vorsitzende und die WDR-Intendantin) über die Novellierungspläne der EU, weil u.a. «Die terrestrische Übertragung über Antenne (ist) dabei von großer Bedeutung [ist].» (Frau Piel). Hier haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Fuß gewaltig in der Tür. Denn dank beschränkter Frequenzen und einer gut gefüllten Kasse kann man unliebsamen Wettbewerb einfach „rauskaufen“. Diese Position muss natürlich mit aller Macht verteidigt werden.
Bewundernswert auch, wie ungewöhnlich großzügig die Anstalten sein können, wenn Widerstand gegen die eigenen Pläne gebrochen werden soll. Kostet ja nix, hat ja schon der Gebührenzahler finanziert. Aber immerhin offenbart sich ein Dilemma (letzter Absatz). Mal sehen, was Raff & Piel dazu einfällt. Komisch wird´s wohl nicht, wohl eher teuer für den, der die Rechnung bekommt.

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