Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.

03.12.2006

Jean Paul Sartre

 

Heise liefert den Schlüssel für die Relevanz von PC und Handy für die Rund­funk­anstal­ten. Da könnte doch glatt der Strom zukünf­tiger Gebühren­zahler versie­gen, wenn man sich nicht recht­zeitig darum kümmert. Man darf ja vieles ver­schla­fen, aber die wirtschaft­liche Grundlage sollte man sich schon sichern. Früh­zeitig. Denn es droht Unbill, wie das Medienmagazin bereits vor einigen Mona­ten berich­tete.

Wenn PC und MP3-Player die Alter­native für die Jugend ist, dann ist es das als Geld­esel für die ÖR not­gedrun­gen auch. Wobei es weniger um ein sinn­volles Angebot auf diesen Platt­formen geht. Wenn unser­eins Geld für eine nicht wirklich er­brach­te oder un­bestel­lte Leistung fordert, dann fängt das Wort auch mit „A“ an, hört aber mit „zocke“ auf. Da ist es schon sehr nützlich, dass das Bundes­verfas­sungs­gericht die Gebühr als Zahl­ung für die „Gesamt­veran­stal­tung Rund­funk“ beschreibt. So muss man sich einfach nur noch aus­reichend Kanäle defini­eren, die als Trans­port­wege in Frage kommen und dort irgend etwas auf den Weg schicken. So kann man sich dann per Defini­tion gebühren­pflichtiger Geräte Anteile an den zukünf­tigen Gehäl­tern oder Hilfe­zahlungen des Staates für Harz IV-Em­pfänger sichern.

Im Hinblick auf den Umstand, dass heute Neues morgen Alt ist (s.Vorweihnachtliches), wird da ein frucht­barer Acker erschlos­sen. Die erhof­ften Er­träge könnte jedoch kurz vor der Ernte zu­mindest verha­gelt werden. Denn die EU-Kom­mis­sarin für Wett­bewerb, Neelie Kroes, sieht eine Gefahr für Quer­sub­vention­ierung — vor allem im Online-Bereich. Zumin­dest berichtet der Spiegel, dass den Inten­danten die Weih­nachts­vor­freude wo­möglich etwas gedämpft wird. Denn wenn der On­line-Bereich von der EU wo­möglich als „nicht gebühren­pflichtig“ ein­ge­stuft wird, dürfen wir uns auf noch absur­dere Argu­mente freuen, die erklä­ren sollen, warum etwas als „neu­artiges Rund­funk­gerät“ gebühren­pflichtig sein soll, für das lt. EU eigent­lich gar kein Geld genom­men werden darf. Aber so ist das eben: Die vor­weih­nacht­liche Zeit ist eine Zeit der Freude.

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