Orwell-Staat Deutschland?

14.12.2006

Ab Mitte nächsten Jahres soll jeder Bundes­bürger „ver­bindungs­tech­nisch“ erfasst, proto­kol­liert und gespei­chert werden. Die Un­benutz­bar­keit der Maut-Brücken für Bewe­gungs­profile wird sicherlich in Kürze „neu über­dacht“ — zum Schutz vor Terror­isten, Ver­ge­wal­tigern und Zech­prel­lern. Denn vor dem Gesetz sind alle gleich. Sagt man. Das be­deu­tet dann wo­mög­lich, dass eine säu­mige GEZ-For­derung (lt. GEZ-Wer­bung ein Ver­brechen) mit der selben Verfol­gungs­härte rechnen muss, wie ein Bank­räuber. Spä­tes­tens wenn die GEZ-Be­auf­trag­ten Waffen tragen dürfen, wird es dann wirk­lich un­gemüt­lich in der BRD. Um es mit Cicero zu sagen: „Wehret den An­fän­gen!“.

Mehr dazu: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

„Beliebt sind wir nicht“

Wahr gesprochen! Vielleicht liegt es ja daran, dass „Zahlungs­auf­forder­ungen […] bewusst un­freund­lich for­mu­liert“ sind?

Vernebelungstaktik

Da wähnt man sich in guter, handgemachter Fernsehkultur und muss am Ende fest­stellen, dass im Kino für die Kohle nach dem Werbe­bom­bar­de­ment zumindest noch ein Haupt­film ohne Werbe­unter­brech­ung kommt. Bei den Privaten blenden sie wenigstens noch das Wört­chen „Dauer­werbe­sen­dung“ ein. Beim ZDF heisst das Ganze kurz „Wetten dass…?“. Das hat schon richtig Tradition.

Wer so erfolgreich und guter Christ ist, teilt selbst­ver­ständ­lich mit anderen. Vor allem, wenn es dabei wieder was in die eigene Kasse spült. Denn die Vermarktungsrechte am Format hat das ZDF im wahrsten Sinne „brüder­lich“ geteilt. Gäste die werbend auf­treten kosten nichts, ergo: Es maxi­miert sich der Gewinn für den Rechte­inhaber. Denn der produziert wohl kaum preis­werter für das ZDF, weil er Geld spart.

Die Ver­quick­ung von Öffent­lich-Recht­lichem Fern­sehen und Wirt­schaft hat bei „Wetten dass…“ mittler­weile selbst der lang­sam­ste Rund­funk­gebühren­zahler kapiert: Hier be­kommt man alles Mög­liche, nur keinen öffent­lich-recht­lichen Rund­funk. Der ZDF-Slogan, bei dem sich die Prota­gonis­ten ein Auge zu­halten, bekommt aus dieser Blick­richtung eine ganz andere Sinn­tiefe.

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