Tote Quote

15.02.2008

Eilmeldung: Verfassungsbeschwerde abgewiesen

Die Beschwerde gegen die Gebühr für neuartige Rundfunkempfänger wurde wegen „mangelnder Rechtswegeerschöpfung“ nicht angenommen. Lt. unseren (z.Z. noch spärlichen) Informationen sei überhaupt nicht klar, was überhaupt „neuartige Rundfunkempfangsgeräte“ seien, das solle durch Fachgerichte im Vorfeld geklärt werden. Ungewöhnlich der Umstand, dass in der Ablehnungsbegründung offenbar Hinweise für das Vorgehen gegen die Gebühren gegeben werden. Das könnte man als grundsätzlich ablehnende Haltung werten, wenn es nach Ausschöpfung des Rechtswegs erneut zu einer Entscheidung  vor dem Bundesverfassungsgericht kommt.  Das bedeutet: Klagen, Klagen, Klagen.

Es schien so einfach: Man nehme einen dunkelhäutigen Mann, gerade so der Zielgruppe altersmäßig entwachsen, mit dramatischen Sprachschwächen, suche sich ein paar „Entlein“, die sich auch für Dumpfbacken sofort als „Schwan“ erkennen lassen, und die „Mörderquote“ steht.

Aber: Was soll eigentlich mit „Bruce“ transportiert werden? Dass man ohne Hilfe die Hose nicht hoch bekommt? Für wie degeneriert und blöd hält man bei der ARD denn die „werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen“ ? Und: Warum ist diese Gruppe für die ARD überhaupt relevant? Wer Gebühren für so einen geistigen Durchfall raushaut, der schaut doch nicht wirklich auf´s Geld. Das wäre inkonsequent.

Wie wäre es mit einem Gegenmodell: Alte Schwarz-Weiß-Tatorte mit Erik Ode ausgraben und im Vorabend-Programm versenden. Der spricht geschliffenes Hochdeutsch, die Fälle sind aus heutiger Sicht FSK-Frei ab 6 Jahren und alles hat seine Ordnung und die dargestellten Wertesysteme sind wenigstens welche. Mörderbillig und bestens geeignet, ganz neue Zielgruppen am Vorabend zu ködern. Das nennt man dann „umweltbewußte History-Unterhaltung“, weil ja unendlich viele Bäume nicht mehr für debile Drehbücher gefällt werden müssen.

Was nachdenklich stimmen sollte: Die neue Sendung wird sogar „hausintern“ verrissen. Schmidt und Pocher spielen „Brabble“ und amüsieren sich über die mangelnden Sprachkenntnisse des neuen Moderatoren, Rundfunkmoderatoren spielen O-Töne ein und kommentieren das dann trocken: «Wenn sie das jetzt nicht verstanden haben, dann ist das ihr Problem.» Dient „Bruce“ womöglich nur als Steilvorlage für die Kollegen in der Sendergruppe, Bruce als Dumm-Dödel für alle? Ein böser Gedanke.

Ihr lieben ARD-ler: Habt ihr mal in die Vorabend-Fenster der Mitbewerber geschaut? Was würde wohl passieren, wenn Ihr statt schwacher Kopien und Asylangeboten für geschasste Exoten der Privaten eine Alternative anbieten würdet? Also mal eine Sendung, die nicht austauschbar auf jedem anderen Sender laufen könnte, weil es eben nur mit Gebühren-Milliarden geht? Macht doch einfach mal das, was ihr auf die Fahne schreibt: Qualitätsfernsehen. Das könnte - ganz nebenbei - auch die Akzeptanz für die Gebühren verbessern. Das könnte nötig werden, denn wir rechnen jetzt mit einer Klagewelle (s.o.). Da solltet ihr nicht nur Sprüche klopfen, sondern euch den eigenen Aussagen folgend positionieren.

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