Die bessere BBC

23.02.2008

Die Briten sind schuld. Wegen der Briten haben wir ein öffentlich-rechtliches Fernsehen. Nach dem letzten Krieg auf deutschem Boden führten die Alliierten einen Rundfunk nach dem Muster der BBC ein.

„Kosten erzeugen“ ist bei den öffentlich-rechtlichen augenscheinlich der Lieblingssport. Während die Privaten aus teurer Übertragungstechnik aussteigen, arbeiten die öffentlich-rechtlichen noch am Einstieg. Das „Ostergeschenk für die Gebührenzahler“, können — mal wieder — aufgrund der notwendigen, teuren Geräte nur wenige auspacken. Herr Raff spricht in mehrfacher Hinsicht von einem faulen Ei. Denn alle, denen die öffentlich-rechtlichen gerade terrestrisches Digitalfernsehen aufgenötigt haben, schauen in Sachen HDTV in eine ziemlich dunkle Röhre. Da bekommt der Kommentar zum Ostergeschenk von Monika Piel «HDTV wird sich langfristig durchsetzen» im Hinblick auf „langfristig» doch gleich eine ganz eigene Qualität.

Wie im richtigen Leben wollen Kinder irgendwann alleine laufen. Und — natürlich — alles besser und schöner als Mama und Papa machen. Bei unseren öffentlich-rechtlichen ist das nicht anders. Während die BBC auf Werbung verzichtet, stehen die Zöglinge auf einem anderen Standpunkt: Werbung wird - notfalls mit eigenwilligen Argumenten - verteidigt. Die präzise Preisansage des ZDF, die Rundfunkgebühren stiegen um 1,42 EUR ohne Werbung, verwundert. Denn normalerweise können die öffentlich-rechtlichen nicht einmal annähernd die Kosten einzelner Positionen, z.B. der Internet-Auftritte, beziffern.

Die BBC nutzt Satelliten, die das Programm sehr lokal ausstrahlen, im Internet finden sich keine allgemein zugänglichen BBC-Angebote, die aufgrund der weltweiten Verfügbarkeit zu enormen Zusatzkosten für Lizenzen (Musik, Ausstrahlungsrechte und Dummheit) führen. Klar, ARD und ZDF können es besser: Da werden Mediatheken für ein paar Freaks — wir schätzen pro Angebot weniger als 1000 Besucher pro Tag* — eingerichtet, die dann immense Folgekosten für alle erzeugen.

*Wir hoffen auf aussagekräftiges Material, das uns zur Gegendarstellung zwingt!

Der Ruf der BBC basiert im wesentlichen auf dem Bildungsanspruch von BBC-Produktionen, deren hohes Niveau weltweit einen vorzüglichen Ruf genießen. Weil Kinder natürlich „kontra“ sein müssen, machen die öffentlich-rechtlichen es schlauer und beglücken uns mit einem (Achtung: Bildung!) Hawa Mahal, á la „Bruce“: Nur Fassade und nichts dahinter.

Der Umgang mit dem harten Aufschlag muss jedoch noch geübt werden:

Wenn wir uns auf diesem Programmplatz schon dem Niveau der Privaten annähern, dann muss das wenigstens von den Quoten her ein Erfolg sein.

Zitat aus dem Intendatenkreis

Um diesen Niveau-Anspruch nicht zu gefährden, werden qualitativ hochwertige Produktionen sicherheitshalber im Nachtprogramm, bei 3sat oder Arte versteckt. Die „ganz anspruchsvollen Sachen“ — sicher ist sicher — bei 3sat oder Arte im Nachtprogramm. Soll keiner merken, dass man „anders“ könnte.

Bleibt zu hoffen, dass die Einsicht einkehrt, dass Eltern nicht alles falsch machen.

Und dass man zwar Vieles für Geld kaufen kann, aber deshalb nicht erfolgreicher oder zufriedener wird.

Wir dürfen auf die Reaktion der Intendanten gespannt sein, wenn demnächst die Privaten qualitativ einen Quantensprung Richtung BBC hinlegen. Das passiert ziemlich automatisch, sobald die öffentlich-rechtlichen Anstalten den Privatsendern alle „Leistungsträger“ zu ruinösen Preisen weggekauft und das öffentlich-rechtliche Programm unter das Bildungs- und Unterhaltungsniveau eines Testbildes getrieben haben.

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