Es muss!

06.03.2008

Wenn etwas unbedingt notwendig ist, beginnen die Sätze meisten mit „es muss…“. Wenn „es muss“ ein gewisses allgemeines Interesse genießt, wird es zum „ismus“.

Bildungsinternet:

Tourismus
Alkoholismus
Nationalismus
Pluralismus
Aktivismus
Phänomenalismus
Realismus
Chauvinismus
Absolutismus
Zynismus
Hedonismus
Fatalismus

Sie finden alle Begriffe bei Wikipedia umfassend erklärt!

Wenn beispielsweise etwas für Reisen, Gäste und Touren getan werden muss, spricht man vom Tourismus. Jemand der viel trinken muss, ist dem Alkoholismus verfallen. Während Islamismus in unseren Regionen eher schlecht besetzt ist, steht er sich im arabischen Raum um Lichtjahre besser als unser heiß geliebter Kapitalismus. Wobei wir an dem momentan zweifeln, wenn Manager ihn für den persönlichen Feudalismus nutzen.

Wenn die Selbstwahrnehmung einen als Spiegel des Staates, wenn nicht sogar als das einzig objektive Organ des Staates definiert, nennt man das Nationalismus. Damit wird - lt. Wikipedia - „aus einer sittlichen, sprachlichen, kulturellen oder historischen Gemeinschaft von Personen das Recht auf staatliche Selbstbe­stimmung ableitet“.

So weit gehen die Rundfunk­anstalten nicht. Der Aktivismus, mit dem Politiker und staatliche Institutionen umgart werden, was angeblich dem Pluralismus dienen soll, entkräftet den ersten Eindruck. Wobei es schon etwas von Phänomenalismus hat, wenn einerseits Selbst­ständigkeit und Unabhäng­igkeit vom Staat auf der Fahne steht, aber gleichzeitig „öffentlich-rechtlich“ einen hoheitlichen Anspruch signalisiert. Der steht in einer Demokratie nur dem Staat und seinen Körper­schaften zu, was die Anstalten ja nicht sein wollen. Fehlt es etwa an Realismus?

Was ist mit Chauvinismus, wenn die Anstalten meinen, die öffentliche Meinung beherrschen, kontrollieren bzw. „richtig darstellen“ zu müssen und entsprechende Propaganda betreiben?

Das grenzt an Absolutismus. Wobei es blanker Zynismus ist, wenn jetzt die ersten Handies mit DVB-T auf den Markt kommen. Einem Verbreitungsweg, der durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten kontrolliert wird und der „Rest­presse“ eine lange Nase macht. Denn warum sollte ich eine Online-Zeitung abonnieren, wenn mich doch die öffentlich-rechtlichen Anstalten „objektiv“ und rund um die Uhr für meine „neuartigen Zwangs­gebühren“ berieseln?

Es hat auch etwas von Fatalismus, wenn das Sprachrohr der Anstalten, Fritz Raff, ernsthaft meint, wir müssten Werbung erdulden, weil sonst die Kohle nicht reicht. Der hier offenbarte Hedonismus der ARD gipfelte im Vorabend­versuch „Bruce“, der untrüglichen Kennzeichen von Dilettantismus trägt.

Zusammengefasst: Wenn man sich von einem Staat unabhängig erklärt, das Denken besetzen will, mit Druck­mitteln wie z.B. Gebühren­bescheiden und „Rundfunk­gebühren­beauftragten“ Unsicherheit und Schrecken verbreitet, mit wohl­fälligen Zugeständ­nissen wie Volks­musik­sendungen, «Tatort» und «Arte» Sympathie und Unterstützungs­bereit­schaft signalisiert, aber gleich­zeitig an den Grund­festen seines Staates rüttelt, um einen politischen Wandel herbei zu führen oder zu verhindern — wie nennt man das?

Tipp: Es ist das Lieblings­wort von W. Schäuble. Und es wird mit den vorangegangenen Eigenschaften und Worten bei Wikipedia beschrieben.

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