Neue Quellen

01.04.2008

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben ein Problem. Niemand will verstehen, warum sie immer mehr Geld brauchen. Daher greifen sie zur Selbsthilfe. Denn eigentlich ist ja alles vorhanden, man muss es nur fantasievoll nutzen.

So haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einen riesigen Pool an Adressdaten der meisten Bundesbürger und Unternehmen. Wer sagt denn, dass diese Daten ausschließlich für den Einzug der Rundfunkgebühren genutzt werden dürfen? Wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, wird ab heute eine Gesellschaft zur Erhöhung der Zusatzeinkünfte für die Rundfunkanstalten tätig.

Die Idee ist so naheliegend wie genial. Der vorhandene Adressbestand ist der Traum für jeden Werbetreibenden. Was liegt also näher, auf Grundlage dieser Adressen eine Werbedienstleistung anzubieten? Die vorhandene Infrastruktur lässt sich so mit geringen Zusatzaufwendungen optimal als Gewinnmultiplikator nutzen.

Für den Kunden wird ein All-Inclusive Paket geschnürt: das beginnt mit der Auswahl der Adressen, führt über die Auswahl des Werbegeschenks hin zum Anschreiben, der Konfektionierung, dem Versand. Aus der ersten Werbeaktion für diese Dienstleistung lässt sich sogar noch weiterer Nutzen für die öffentlich-rechtlichen Anstalten ziehen.

Belegexemplar MiniradioDurch die Auswahl geeigneter Werbe­geschenke - z. B. kleiner Miniatur­radios (s. neben­stehend ein uns zuge­spieltes Muster) - die an Gewerbe­treibende versandt werden, lassen sich weitere Einnahme­quellen erschließen. Denn mit Eingang des Werbe­schreibens hält der Geschenk­empfänger unstrittig ein gebühren­pflichtiges Rundfunk­empfangsgerät bereit. Als kostenlose Zusatz­leistungen gibt es den Hinweis, dass die Anmeldungen des Rundfunk­empfängers bereits erfolgt ist. Ein ausgefüllter Überweisungs­träger liegt dem Schreiben bei.

Mit dem heutigen Datum startet die Gesellschaft zur Erhöhung der Zusatz­einkünfte diese Werbeaktion und beglückt Gewerbe­treibende. Bisher nicht angemeldete Privat­personen sind natürlich ebenso davon betroffen.

Jetzt ist klar, warum die Vorabend­gestaltung der ARD in den letzten Wochen und Monaten scheiterte: die Kreativität wurde an anderer Stelle gebraucht.

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