Geschaffene Fakten
11.09.2008
Dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten (ÖRRA) in ihren Online-Angeboten z.T. erheblich gegen bestehende Auflagen verstoßen haben, war ihnen zweifellos bewusst. Aber — wie wir schon vor geraumer Zeit vermutet haben — steckt dahinter ein Plan. Denn die Initiativen basieren auf dem Konzept „Was mal war wird immer sein“ — ungeachtet den Forderungen der EU oder der Sinnhaftigkeit bzw. Auftragskonformität des Angebots.
«Sämtliche Onlineangebote nachträglich mit einem 3-Stufen-Test zu belegen, lehnt die SPD-Medienkommission ab.»
Da hat sich offenkundig der Kraftaufwand gelohnt, dass Online-Angebot der ÖRRA mit aller Macht aufzubauschen, mit allem, was irgendwie für das Netz aufbereitbar ist. Ein Blick auf die Startseite der ARD zeigt, dass es nicht um Rundfunk geht, sondern um Informationskontrolle: Zu allen Lebensbereichen gibt es „Aufmacher“, die wahlweise zu Texten oder bewegten Bildern führen. Dabei sind der ARD selbst banalste Methoden der „Kundenbindung“ recht, z.B. Gewinnspiele (s. rechts).
Zugegeben: Der Aufwand ist erheblich größer als zwischen einem völlig schwachsinnigen und einem mehrfach im Vorfeld erwähnten Auswahlkriterium per Telefonwahl auf 5000 EUR zu hoffen, wie bei den Privatsendern üblich. Und der Gewinn der ARD fällt dagegen vergleichsweise mickrig aus.
Und während bei SAT-1 Noname-Adlige eine Liegeunterlage suchen, ist der irgendwie auch Noname-Adlige bei der ARD sich selbst genug.
Wer jetzt glaubt, das ZDF mache es besser: Fehlanzeige! Wobei dort Nachrichten die Titelseite bestimmen. Die mangelnde Vielfalt gegenüber der ARD lässt sich jedoch leicht erklären: Da mangelt es schlicht an Masse. Wer sich jetzt die Zeit nimmt, die ein oder andere Internet-Präsenzen der ÖR-Sender genauer anzusehen wird feststellen: Hierfür wurde das Wort «Redundanz» erfunden! Oder sehen Sie hier adhoc den Unterschied?
Und die vielen, von Gebührengeldern finanzierten Webseiten der anderen Sender sorgen mit ihren regionalen Einfärbungen dafür, dass es die örtliche Presse schwer hat. Denn wie Orwell schon düster vorhersah, hat der die Macht, der die Information kontrolliert. Mit Ihrem „Medienstaat im Staate“ werden durch die ÖRRA Politiker beeinflusst, nachträglich Dinge durchzuwinken, die eigentlich unzulässig waren. Man muss einfach nur darauf setzen, dass kein Entscheider sich seine Plattform ÖR-Radio/Fernsehen schädigen will.


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