9.900.314.784,97 €

01.01.2009

Ab heute kostet Rundfunk mehr. Für die meisten von uns 0,95 EUR. Jeden Monat. Bei einigen nur 0,24 EUR. Das sind die armen Schweine, die sich keinen Fernseher leisten (können?) und nur Radios haben.

Wenn wir mal annehmen, dass es nur Radios gäbe, sprechen wir von 577.822,56 €, die die öffentlich-rechtlichen Anstalten (ÖRRA) mehr bekommen. Jeden Tag. Im Monat sind das 17.587.474,32 €. Pro Jahr 211.049.691,84 €. Nur für die Radios.

Aber ganz so schlimm ist es in Wirklichkeit nicht. Es sind nur 113.954.339,52 € im Jahr. Für die Radios und „neuartigen Rundfunkempfänger“. Denn der Rest sind Fernseher. Die spülen den ÖRRA allerdings jährlich 384.335.769,60 € zusätzlich in die Kasse. Zusammen also 595.385.461,44 €. Wem nach den vielen langen Zahlen jetzt etwas schwindelig ist — es geht auch kürzer: Das sind 0,6 Milliarden EUR.

Zusätzlich.

Jetzt fragt man sich natürlich: Wenn wir jetzt jeden Tag rund 1,6 Mio.€ (genau 1.630.076,55 €) für die ÖRRA mehr bezahlen - was bekommen wir denn dafür?

Noch mehr „ZDF-Kultnacht - Das Beste aus 'Disco'“ oder „Das Beste aus dem 'Star Quiz mit Jörg Pilawa'“ ? Da fühlt man sich glatt wie ein Gourmet, der in seinem Edel-Restaurant eine Büchse Ravioli vorgesetzt bekommt. Dosenöffner bitte selbst mitbringen. Ziemlich eigenwillig für Qualitätsferns… , — äh, lecker essen.

Offenbar geht es nach der einfachen Logik: Für mehr Geld gibt´s mehr Dosen. Sind prima haltbar und können immer wieder vorgesetzt werden. Irgendwann treibt´s der Hunger schon rein. Oder, wie Rex Gildo — einer der Besten aus «Disco» — sagen würde: «Hossa!»

Kaum zu glauben, wie wenig es manchmal braucht, um sich zu motivieren. Oder welche Erwartung an die Rundfunk-Angebot haben Sie, wenn Sie wissen, dass die Bundesbürger ab 2009 täglich 27.105.584,63 € für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgeben, im Jahr 2009 also insgesamt 9.900.314.784,97 € (Neunmilliarden Neunhundertmillionen Dreihundertvierzehntausend Siebenhundertvierundachtig Euro Siebenundneunzig) und ARD sowie ZDF diesen Betrag noch mit Werbeeinnahmen, Lizenzverkäufen, Gewinnen aus Eintrittsgeldern bei Veranstaltungen (z.B. Silvesterparties der Radiosender), etc. aufstocken?

In diesem Sinne: Bleiben Sie uns gewogen und ein erfolgreiches 2009.

 

Die Zahlen basieren auf dem „GEZ-Geschäftsbericht 2007“, und legen zugrunde, dass dort alle gebührenrelevante Geräte in der Aufstellung (Seite 39) aufgeführt sind. Die Hotel- und Gaststättengeräte wurden anhand der Angaben auf Seite 40 mit um 50% reduzierten Gebühren berücksichtigt. Die genannten Sendungen wurden dem angekündigten Fernsehprogramm für den 31.12.2008 entnommen. 

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben