Gebührenzocker

16.04.2009

Bild.de und andere berichten in großen Lettern, dass der MDR Rundfunkgebühren in riskanten Geldgeschäften verloren habe. Dass hier mit Geld, das zur Kostendeckung (s. Definition „Gebühren“) eines Auftrags erhoben wird, an der Börse spekuliert wird, kann nicht rechtens sein. Selbst wenn der MDR sagt, das sei „übliche Praxis“. Die uns bekannte „übliche Praxis“ bei Geldbedarf ist sparen oder mehr Arbeiten. Offener Straßenraub via Gebührenerhöhung und Gebührenpflicht für „neuartige Medien“ könnte man mit äußerstem Wohlwollen unter „mehr Arbeiten“ verbuchen. Das Aufspüren, Anbohren und Abschöpfen neuer Quellen ist durchaus eine Leistung. Aber wenn der Hals dann noch immer nicht voll ist und das Geld am Roulette-Tisch der Finanzmärkte wieder verspekuliert wird, drängt sich schon die Frage auf, ob die dafür verantwortlichen Herrschaften einen einzigen Cent der Pensionen wert sind, die damit angeblich gesichert und gesteigert werden sollten.

Wobei wir durchaus nicht verkennen sollten, welchen Nutzen dieser Verlust für den Gebührenzahler hat. Bleibt uns aufgrund des Verlusts womöglich so manche sinnfreie oder gar Kopfschmerzen verursachende Schundserie erspart. Objektiv betrachtet ließe sich das jedoch einfacher und für den Gebührenzahler gerade in der Zeit einer Finanzkriese viel besser durch Gebührenreduzierung erreichen. Gäbe es dann noch einen gemeinsamen Pensionsfonds für alle öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten, der den allgemein üblichen, strengen Regeln unterliegt, wie sie z.B. für die Bundesrentenanstalt gelten, wäre uns allen wohler. Denn natürlich soll kein Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten später mal unter einer Brücke hausen müssen. Was natürlich passieren könnte, wenn die Anstalten das Geld an der Börse verballern.

Die daraus resultierende, höhere Transparenz und die sicherlich signifikanten Kosteneinsparungen könnten sich zusätzlich als niedrigere Rundfunkgebühren, sowie in einer höheren Akzeptanz derselben bei den Gebührenzahlern niederschlagen.

Erwartungsgemäß wird das Ganze von den öffentlich-rechtlichen Anstalten wohl wieder mit „breitem Hintern“ ausgesessen. Bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann auch mal Politiker und vielleicht sogar in Kürze Wählerentscheidungen gibt, die dieser Anarchie ein Ende setzen.

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Kommentar von Kurt | 16.04.2009

Ich brech' zusammen...
Das darf doch einfach nicht wahr sein!
Ist das noch zu toppen?