Weil er´s kann!
20.07.2009
Bereits Anfang 2008 war das absehbar. Da hatte bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, kurz KEF, wohl mal irgendjemand ausgerechnet, welche Beträge da pro Kopf DAB-Hörer rausgejubelt wurden. Und irgendwer hat sich dann wohl gefragt, was das soll. Sowohl das Geld raushauen, als auch das Angebot selbst.
Am 03.06.1999 (!) schreibt der Spiegel:
Fördermillionen, seid verschlungen: Nach eineinhalb Jahrzehnten geht das digitale Radioformat DAB endlich auf Sendung - aber wer will es eigentlich? Ein Bericht über ein Minderheitenradio, das mit Mehrheitsmillionen finanziert wurde.
Zehn Jahre weiter, also nach einem vierteljahrhundert Zeit und einer nicht bezifferbaren Unsumme Geld, hat die KEF eine Entscheidung getroffen. Demnach hat die Zwangsernährung des von den Anstalten mit Geld totgeworfenen DAB wohl endlich ein Ende.
Soweit, so gut.
2008 wollten die Anstalten noch mal richtig DAB-Party machen und hatten von der KEF eine drastische Abfuhr erhalten. Wer jetzt meint, dass bei den Anstalten jemand säße, der solche Signale versteht, outet sich als Träumer. Denn was macht der Bayrische Rundfunk nach einer „Besinnungsphase“? Er sattelt die Hühner und reitet mit dem DAB-Banner voran in die S…- nein. In die Sonne wohl nicht. Denn die Ansage der KEF war recht eindeutig. Alleine Reiten ist nicht. Aus jedem Dorf soll einer mitreiten. Sprich: die Privaten sollen mit in die Prärie. Die haben sich das dann wohl mal auf der Karte angesehen und ein wenig nachgedacht. Staubige Strecke, enorme Anstrengungen und weit und breit keine Menschenseele. Das bedeutet: Keine Brunnen, an denen man sich erfrischen, sprich Werbeeinnahmen zur Finanzierung einnehmen könnte. Und von denen, für die man das angeblich macht, interessiert sich niemand dafür. Da bleibt man doch lieber im Dorf und gibt den Menschen das, was sie wollen: Rundfunk, den man auf bezahlbaren Empfängern preiswert anbieten kann.
Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben DAB in Deutschland nach dem Motto installiert: «Warum leckt sich ein Hund zwischen den Hinterbeinen? - Weil er´s kann!»
Die Privaten haben DAB unter dem Motto betrachtet: «Warum leckt sich ein Hund zwischen den Hinterbeinen? - Weil er mit der Zunge nicht hinter die Ohren kommt.»
Wenn man den Menschen an die Ohren will, nützt die Zunge im Schritt nichts. Statt sich weiter wund zu reiten, sollten sich die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Anstalten lieber die Wunden lecken. Wie man da hinkommt, haben sie ja jahrelang trainiert. Und was das Aroma angeht: So schmeckt, was Gebührenzahler nicht mögen – prägt es euch ein!
